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IMPULS Gesundheitsförderung | Better Integration

IMPULS
Gesundheitsförderung für AsylwerberInnen in Gemeinden


Projektbeschreibung

Immer wieder kommt es durch Missverständnisse und mangelnde Information im Zusammenhang mit der Unterbringung von AsylwerberInnen auch zu Spannungen in den Gemeinden. Sowohl seitens der GemeindebürgerInnen als auch der AsylwerberInnen sind oft Verunsicherung und Misstrauen vorherrschend. Das Projekt IMPULS soll den direkten Kontakt zwischen Flüchtlingen, BürgerInnen und Gemeindeverwaltung fördern und dadurch die nachbarschaftlichen Beziehungen in der Gemeinde verbessern und den sozialen Frieden sichern.
Der Fokus des Projekts liegt auf gesundheitlichen Belangen der AsylwerberInnen. Angesprochen werden dabei nicht nur körperliche und seelische Gesundheit, sondern auch soziale Aspekte, wie die Einbindung der AsylwerberInnen in die Gemeinde.
Viele AsylwerberInnen mussten im Heimatland Verfolgung und Krieg erleben. Sie haben Familienmitglieder auf tragische Weise verloren oder wurden Opfer von Haft und Folter. Auch die Lebensbedingungen im Aufnahmeland können für AsylwerberInnen so schwierig sein, dass ihre Gesundheit darunter leidet. Die Ankunft im Aufnahmeland führt häufig zu Orientierungslosigkeit und löst bei vielen Flüchtlingen eine akute Krise aus. Auf der anderen Seite verfügen diese Menschen sehr oft über ein hohes Maß an persönlichen Ressourcen – wie hätten sie sonst die Probleme der Flucht meistern können.
Die Lebensbedingungen während des Asylverfahrens verhindern es, dass die Fähigkeiten und Kompetenzen der AsylwerberInnen in die österreichische Gesellschaft eingebracht werden können. Fehlende soziale Netze, erzwungene Untätigkeit, Aufenthaltsunsicherheit und Fremdbestimmung sind Belastungen, mit denen AsylwerberInnen regelmäßig konfrontiert sind. Die gesetzlichen Regelungen erlauben es AsylwerberInnen nur in Ausnahmefällen, einer legalen Beschäftigung nachzugehen. Im Rahmen der Grundversorgung sind kaum Maßnahmen vorgesehen, um AsylwerberInnen darin zu unterstützen, die Zeit während des laufenden Asylverfahrens sinnvoll zu gestalten.
Dies führt nicht nur zu gesundheitlichen Belastungen der AsylwerberInnen, sondern befördert auch Vorurteile gegen die Flüchtlinge, die nur als unproduktive Nichtstuer erlebt werden. Sinnvolle, von den AsylwerberInnen und den GemeindebürgerInnen gemeinsam entwickelte Projekte könnten hier nicht nur Verständnis schaffen, sondern auch konkreten Nutzen für die Gemeinde bringen.
Das Projekt IMPULS wird in ausgewählten Gemeinden Musterprojekte erarbeiten, die dann auch andernorts als gute Beispiel nachgeahmt werden können.


Konkrete Arbeitsschritte – Projektverlauf

Es ist uns wichtig von Anfang an die AsylwerberInnen in die konkrete Planung einzubeziehen, um nicht über die Köpfe der Betroffenen Projekte zu entwickeln.
In der zweiten Projektphase sammeln wir Informationen über die Lebenssituation und mögliche Probleme vor Ort. Dazu kooperieren wir mit dem Institut für Psychologie der Universität Wien (Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster). Studierende des Instituts werden gemeinsam mit uns Interviews und Gesprächsrunden mit GemeindeverterterInnen, BürgerInnen und AsylwerberInnen durchführen und die Ergebnisse auswerten.
In der nächsten Phase werden in den Projektgemeinden „Planungsgruppen“ für AsylwerberInnen eingerichtet. Die Planungsgruppen organisieren die weiteren Aktivitäten, wie einen Workshop für AsylwerberInnen und GemeindevertreterInnen, bei dem alle Akteure bei Planung von gesundheitsfördernden Projekten zusammenarbeiten werden.
Erst nach diesem Prozess wird feststehen, welche Maßnahmen und Projekte in den jeweiligen Gemeinden durchgeführt werden. Die asylkoordination österreich wird diese in den Gemeinden entwickelten Projekte in der Implementierungsphase unterstützend begleiten.
Die Ergebnisse des gesamten Prozesses sollen in Form einer Broschüre auch anderen Gemeinden in Niederösterreich und darüber hinaus zur Verfügung gestellt werden.


Downloads:

Artikel zum Projekt in asyl aktuell 2/2010.
Interview mit Dr. Frühmann, Gemeindearzt in Puchenstuben, in in asyl aktuell 2/2010.


Gefördert von: Fonds Gesundes Österreich, Land NÖ