BILDUNG FÜR FLÜCHTLINGE
Menschen auf der Flucht haben die unterschiedlichsten Bildungsniveaus, abhängig von der Bildungssituation in ihrem Herkunftsland und ihrer sozialen Herkunft. Vor dem Bürgerkrieg in Syrien hatte das Bildungssystem in vielen Teilen des Landes ein hohes Niveau erreicht und die Universitäten haben LehrerInnen, ÄrztInnen, IngenieurInnen, KünstlerInnen und SozialwissenschafterInnen ausgebildet. In Afghanistan hingegen hatten Frauen über Jahre kaum Zugang zu Bildung und auch junge Männer aus ländlichen Gebieten bringen kaum formale Bildungsabschlüsse mit.

Kinder im schulpflichtigen Alter (bis ca. 15 Jahre) können und müssen öffentliche Schulen besuchen. Das Unterrichtsministerium hat auf die sich dadurch ergebenden Herausforderungen bereits im Sommer 2015 mit dem Rundschreiben "Flüchtlingskinder und -jugendliche an Österreichs Schulen" und der Einrichtung von Übergangsklassen reagiert. Im Herbst 2015 wurde Terezija Stoisits zur Ansprechperson für Bildung von Kindern und jugendlichen Flüchtlingen im Schulsystem im Ministerium bestimmt.

Für Jugendliche, die nicht mehr im Regelschulsystem beschult werden, gibt es die Möglichkeit, Basisbildungs- oder Pflichtschulabschlusskurse zu besuchen. Die Angebote sind allerdings nicht in allen Bundesländern überall zugänglich. Vor allem Jugendliche, die mit ihren Eltern in entlegenen Grundversorgungsquartieren leben, haben große Probleme, während des Asylverfahrens an Kursmaßnahmen teilzunehmen.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) können schon während des Asylverfahrens Deutschkurse im Ausmaß von 200 Stunden besuchen.
Erwachsene haben sehr oft Probleme, ihre Kompetenzen und Ausbildungen anerkennen zu lassen. Während des Asylverfahrens gibt es kaum Möglichkeiten dazu.
Im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht das Erlernen der deutschen Sprache. Hier tummelt sich eine Vielzahl von Anbietern unterschiedlicher Qualität. Seit einiger Zeit werden auch Deutschkurse für AsylwerberInnen während des Verfahrens Angeboten.

PROJEKT
Start Wien das Jugendcollege
Modulares Bildungsangebot in Wien für 1.000 Jugendliche AsylwerberInnen, Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte zwischen 15 und 21.

PRESSE
Flüchtlinge: AMS stellt extreme Unterschiede bei Ausbildung fest
Der Standard 17.2.2017

 
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