AIDA – Asylum Information Database

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Asylpolitik und Asylpraxis in den EU-Mitgliedstaaten sowie die Stärkung der Rechte und Lebenssituation von Asylsuchenden in der Europäischen Union. Dazu setzt sich das Projekt für hohe Schutzstandards und faire Verfahren, insbesondere im Bereich der Aufnahmebedingungen, der Asylverfahren und der Schubhaft, ein.
Lukas Gahleitner-Gertz
Das AIDA-Projekt (Asylinformationsdatenbank) verfolgt zwei zentrale Ziele:
Der aktuelle Bericht zeigt, dass das Jahr 2025 von tiefgreifenden Veränderungen geprägt war: Die Zahl der Asylanträge ging deutlich zurück, gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Einschränkung von Rechten Schutzsuchender und Schutzberechtigter umgesetzt. Dazu zählen die Wiederaufnahme von Abschiebungen nach Afghanistan, Syrien und Somalia, die weitgehende Aussetzung der Familienzusammenführung sowie die massive Zunahme von Aberkennungsverfahren, insbesondere gegenüber syrischen Schutzberechtigten.
Darüber hinaus dokumentiert der Bericht Entwicklungen bei den Aufnahmebedingungen, dem Zugang zu Rechtsberatung, der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sowie bei den Rechten von aus der Ukraine vertriebenen Menschen.
Der AIDA Country Report dient als wichtige Informationsquelle für Beratungsstellen, Rechtsvertreter, Forschende, Medien und politische Entscheidungsträger und trägt dazu bei, Transparenz über die Umsetzung des Asylrechts in Österreich zu schaffen.
- Informationsbereitstellung: Es bietet der Zivilgesellschaft, Medien, Forschenden, Rechtsvertreter:innen und politischen Entscheidungsträger:innen unabhängige, aktuelle Informationen über die Asylpraxis in den EU-Mitgliedstaaten. Damit ermöglicht es eine kritische Begleitung der Umsetzung europäischer Asylrichtlinien und des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems.
- Förderung einer faktenbasierten Debatte: Das Projekt stärkt die öffentliche Wahrnehmung der Situation von Asylsuchenden und fördert eine sachliche Diskussion über Flucht und Asyl.
Aktuell: Der AIDA Country Report Österreich 2025
Der aktuelle Bericht zeigt, dass das Jahr 2025 von tiefgreifenden Veränderungen geprägt war: Die Zahl der Asylanträge ging deutlich zurück, gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Einschränkung von Rechten Schutzsuchender und Schutzberechtigter umgesetzt. Dazu zählen die Wiederaufnahme von Abschiebungen nach Afghanistan, Syrien und Somalia, die weitgehende Aussetzung der Familienzusammenführung sowie die massive Zunahme von Aberkennungsverfahren, insbesondere gegenüber syrischen Schutzberechtigten.
Darüber hinaus dokumentiert der Bericht Entwicklungen bei den Aufnahmebedingungen, dem Zugang zu Rechtsberatung, der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sowie bei den Rechten von aus der Ukraine vertriebenen Menschen.
Der AIDA Country Report dient als wichtige Informationsquelle für Beratungsstellen, Rechtsvertreter, Forschende, Medien und politische Entscheidungsträger und trägt dazu bei, Transparenz über die Umsetzung des Asylrechts in Österreich zu schaffen.
Zusammenfassung der wichtigsten Entwicklungen 2025
Asylverfahren
- Die Zahl der Asylanträge sank auf 16.668 und damit um rund 30 % im Vergleich zum Vorjahr.
- Die wichtigsten Herkunftsländer waren Afghanistan, Syrien und Somalia.
- Die Anerkennungsquote lag bei 65 %.
Zugang zum Schutz und Rechtsstaatlichkeit
- Hinweise auf mögliche rechtswidrige Zurückweisungen an der deutsch-österreichischen Grenze wurden bekannt.
- Der Zugang zu unabhängiger und qualitativ hochwertiger Rechtsberatung geriet zunehmend unter Druck.
- Österreich beteiligte sich weiterhin nicht an internationalen Resettlement-Programmen.
Situation von Kindern und Jugendlichen
- Mehr als 80 % der Asylverfahren unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wurden eingestellt, nachdem die betroffenen Kinder verschwunden waren.
- Ein Bericht der asylkoordination österreich zeigte erhebliche Defizite bei der Versorgung und Unterbringung geflüchteter Kinder auf.
Abschiebungen und Aberkennungsverfahren
- Österreich nahm Abschiebungen nach Afghanistan, Syrien und Somalia wieder auf.
- Mehr als 12.000 Aberkennungs- und Beendigungsverfahren wurden eingeleitet, über 8.200 davon gegen syrische Schutzberechtigte.
Familienzusammenführung
- Die Familienzusammenführung wurde weitgehend ausgesetzt.
- Mehrere Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofs betonten die Notwendigkeit einer individuellen Prüfung unter Berücksichtigung des Rechts auf Familienleben gemäß Artikel 8 EMRK.
Aufnahmebedingungen
- Aufgrund sinkender Asylantragszahlen erfolgten Überstellungen in die Bundesländer schneller.
- Gleichzeitig wurden weiterhin Unterkünfte geschlossen, wodurch regionale Kapazitätsengpässe bestehen blieben.
- Die Einführung von Sachleistungskarten wurde in mehreren Bundesländern ausgeweitet.
Vorübergehender Schutz für Vertriebene aus der Ukraine
- Ende 2025 verfügten 92.453 Menschen über einen gültigen Vertriebenenstatus in Österreich.
- Der vorübergehende Schutz wurde bis März 2027 verlängert.
- Gleichzeitig wurden der Zugang zu Grundversorgung, Familienleistungen und Gesundheitsversorgung teilweise eingeschränkt.
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