RASSISMUSKRITISCHE SCHULE
PROGRAMM
Montag, 29.08.2022
 
ab 10:00 Registrierung
11:00 Eröffnung/gemeinsamer Start in den Tag
Begrüßungsworte von Faika El Nagashi und Mirelle Ngoss
 
11: 45 Eröffnungsvortrag
Noomi Anyanwu: Von Kant bis Soliman – Rassismuskritische Bildung und die Verantwortung von Lehrer*innen
Noomi Anyanwu ist Studentin der Romanistik und Afrikawissenschaften, Sprecherin des Black Voices Anti-Rassismus Volksbegehrens, seit ihrem 15. Lebensjahr politisch aktiv u.a. in österreichweiten Kampagnen,  Online -Aktivismus als @thisisnoomi, Trainerin und Beraterin zum Thema Anti-Rassismus Publikationen zu Schwarz-Sein in Österreich und Rassismus an Hochschulen.
 
13:00 MITTAGSPAUSE
 
14:30 bis 17:30 WORKSHOPS
 
WS 1 Anti-Rassismus Grundlagenworkshop für Mitarbeitende in und an Schulen
In diesem Workshop werden grundlegende Begriffe geklärt und Fragen beantwortet: Was sind Diskriminierungen und Privilegierungen? Was ist und wie wirkt Rassismus? Wie wirkt weiße Vorherrschaft in Schule? Was sind rassistische (Mikro-) Aggressionen, strukturelle und institutionelle Privilegierung/Diskriminierung, Othering? Was ist meine antirassistische Verantwortung?
 
Fouzia Wamaitha Kinyanjui ist Schwarze feministische Aktivistin. Sie leitet Empowerment-Initiativen für Schwarze Kinder und Jugendliche sowie Workshops gegen Rassismus auch für Erwachsene. Im Verein Il Razzismo È Una Brutta Storia (Mailiand) ist sie associated expert member, in Südtirol Mitglied im Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Landes.
Ivo Passler positioniert sich als weißer cis-het Mann und will sich als solcher antirassistisch und profeministisch einsetzen. Hauptberuflich arbeitet er als Schulsozialpädagoge mit Kindern und Jugendlichen. In der Erwachsenenbildung leitet er Seminare zu/gegen Mobbing und im Team mit F.W. Kinyanjui Workshops gegen Rassismus.

 
WS 2 Rassismuskritische Kompetenzen für weiße Trainer*innen und Berater*innen
In diesem Workshop wollen wir genau hinschauen, was es als weiße Trainer*innen und Pädagog*innen sowie als Bildungseinrichtungen braucht, um Menschen mit Flucht- und Rassismuserfahrungen weitestgehend zu unterstützen. Dafür wollen wir Wissen über Rassismus erarbeiten, um zu erkennen, wie und wo Rassismus in der bestehenden Gesellschaft und im Bildungssystem verankert ist. Ebenso wichtig ist ein kritisch reflektierender Blick auf sich selbst, um mögliche rassismusblinde Flecken in der eigenen Praxis und Institution zu erkennen und diesen gegensteuern zu können.
 
Sassan Esmailzadeh arbeitet als Schulleiter und Trainer für Basisbildung und Deutsch als Zweitsprache im rassismuskritischen Schulprojekt PROSA. Er hat Gedenkdienst im Anne Frank Zentrum Berlin gemacht und war im Vorstand des Vereins Gedenkdienst aktiv. Aktuell ist er auch im Vorstand vom Verein Flucht nach Vorn.
 
WS 3 BIPOC EMPOWERMENT – Safer Space für Menschen mit Rassimuserfahrungen
In diesem Safer Space tauschen wir unsere Erfahrungen in und an Schulen aus. Wir diskutieren, was rassismuskritische Schule für uns als Personen, die Rassismus erleben bedeutet und erarbeiten Handlungsstrategien, die sich aus unserer Position ergeben: Nicht nur erkennen wir uns oft in den Sorgen unserer Schüler*innen wieder, sondern auch kann an den Ungerechtigkeiten unserer Community so intensiv zu arbeiten zu psychischen und physiologischen Stresssymptomen führen.
 
Parissima Taheri ist Psychologin. Farah Saad ist Politologin & Klinische Sozialarbeiterin. Beide arbeiten bei PROSA im Psychosozialteam. Gemeinsam leiten sie Wir Sind Auch Wien, eine Plattform mit Fokus auf Rassismus und mentaler Gesundheit, und lehren auf der FH zu Rassismuskritischer Sozialarbeit.
 
WS 4 Anerkennung von Differenz/en?
Über Wirkungen und Nebenwirkungen des Wissens von Lehrenden über Lernende – eine Einladung zur Reflexivität


Im Sinne einer demokratischen Bildungsarbeit ist es unmöglich, Differenzen nicht anzuerkennen. Denn alle Lernenden gleich zu behandeln, ohne gegebene Unterschiede und ungleiche Bedingungen zu berücksichtigen, würde Benachteiligung bewirken und bestätigen. Die Anerkennung von Differenzen führt aber möglicherweise zu einer Verfestigung der gegebenen gesellschaftlichen Ordnung: hier das imaginierte "Wir", dort die "Anderen".
Im Workshop beschäftigen wir uns mit dem Thema der pädagogischen Reflexivität (Paul Mecheril/Migrationspädagogik) als Möglichkeit einer professionellen Praxis der Auseinandersetzung mit den Fragen: Inwieweit spielt unser Wissen als Lehrende über die Lernenden eine Rolle in der Erzeugung „Anderer“? Welche diskriminierenden Effekte kann dieses Wissen hervorrufen?

Gergana Mineva und Rubia Salgado (www.das-kollektiv.at)
das kollektiv ist eine Organisation von und für Migrant*innen in Linz; es ist ein Ort der kritischen Bildungsarbeit, des Austausches, des Widerspruchs und der gemeinschaftlichen Gestaltung. Wir sind u.a. in der Erwachsenenbildung mit migrierten und geflüchteten Frauen* tätig, die am wenigsten über Privilegien verfügen.
 
18:00 Zusammenschau und Abschluss des Tages

 
ZWEITER TAG
Dienstag, 30.08.2022

 
9:00 Gemeinsamer Start in den Tag
 
9:30 bis 12.30 WORKSHOPS
 
WS 1 (Re)-telling Stories: Medienkompetenz im Zeichen der afrikanischen Diaspora
Der Workshop bietet einen Überblick über Handlungsdtrategien, konkrete Maßnahmen und Alternativen für die im Unterricht eingesetzten Medien bezüglich der Darstellung afrikanischer Menschen und Staaten für Schulklassen und Multiplikator*innen an.
Besprochen werden u.a. die im Einsatz befindlichen Lern- und Lehrmittel (Schulbücher, Filme, Texte und andere Medien) in Hinblick auf rassistische Darstellungen.
 
Verein AEWTASS – Advancing Equality Within The Austrian School System
 
WS 2 Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Rassismus in der Schule
In diesem Workshop nehmen wir Handlungsmöglichkeiten für eine rassismuskritische Schule in den Blick. Dafür werden konkrete Fallbeispiele aus dem Schulalltag der Teilnehmer*innen behandelt, die unterschiedliche Handlungs- und Praxisfelder aufzeigen und Impulse für die eigene rassismuskritische Praxis vermitteln. Dieser anwendungsorientierte Zugang soll Pädagog*innen darin unterstützen, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln und deren Sensibilisierung im Umgang mit Rassismus fördern.
Wir bitten alle Teilnehmer*innen, sich bereits bei der Anmeldung Fallbeispiele zu überlegen, die sie dann im Zuge des Workshops bearbeiten wollen.
 
Lisa Tackie, BA Afrikawissenschaften, derzeit Masterstudium in Afrikawissenschaften und Internationale Entwicklung. Studienassistenz der Rassismuskritischen AG am Institut für Afrikawissenschaften (Universität Wien). Trainerin für Schulworkshops der asylkoordination österreich zu Antirassismus und Zivilcourage.
Heline Ahmad, BA Studium der Politikwissenschaft in Wien, zurzeit Masterstudium Internationale Entwicklung. Mentorin für geflüchtete Studierende im Rahmen des Projekts PEERMENT, Trainerin für Schulworkshops der asylkoordination österreich und ZARA zu Antirassismus und Zivilcourage. 
 
WS 3 Methodenwerkstatt I: Soziales Lernen mit SOS-Kinderdorf
Wir wünschen uns Klassenzimmer, in denen sich Kinder wohlfühlen, in denen sie einen sicheren und inspirierenden Raum zum Lernen, Entwickeln und Wachsen finden. Nur in einer solchen Atomsphäre ist rassismuskritisches Lernen möglich. SOS-Kinderdorf begleitet daher Pädagog*innen in ihrem Alltag mit diversen Angeboten zum sozialen Lernen. In diesem Workshop stellen wir Impulse vor, wie sich ein liebevolles Klassenzimmer gestalten lässt und geben einen Einblick in die Schulaktivitäten von SOS-Kinderdorf.
 
Nadine Ayoub-Charbonnier und Lena Mulumulu haben beide an einer Mittelschule in Wien unterrichtet. Bei SOS-Kinderdorf sind sie für die die Schulaktivitäten zuständig. Gemeinsam mit der Stiftung Future Wings entwickeln sie das Projekt SOS-Herzkiste, dass das soziale Lernen an Schulen in Österreich fördert.
 
WS 4 Methodenwerkstatt II: Partizipation und Autonomie – wann Schüler*innen für sich einstehen lernen
Viele Kinder und Jugendliche setzen sich bereits gegen Rassismus in der Schule ein und werden in ihrem Umfeld für das Thema Rassismus sensibilisiert. Pädagog*innen und Lehrpersonen können dieses Verhalten fördern, um andere Kinder und Jugendliche dazu zu motivieren sich ebenfalls gegen Diskriminierung einzusetzen und Schule als Ort der gelebten Vielfalt gemeinsam zu gestalten.
 
Carolina Pircher studierte Kultur- und Sozialanthropologie in Wien und global-politische Bildung an der PH Klagenfurt. Sie leitet und koordiniert bei der asylkoordination die Schulworkshops, Lehrer*innenfortbildungen und die Sommerakademie. Sie unterreichtet in einer Wiener Mittelschule nach den pädagogischen Ansätzen von Maria Montessori in den Fächern Ethik und politische Bildung.
 Carmen Nik Nafs arbeitet als freie Bildungsreferentin, Trainerin und Wirkungsforscherin zu den Themen Verantwortung, wahrnehmungs-geschulter Pädagogik, Anti-Rassismus und mündiges Werden. Sie studierte Psychologie und Philosophie u.a. in Wien, lebt in Hamburg und arbeitet in Feldern der Akademia, der Schulpraxis und NGOs.
 
 
12:30 MITTAGSPAUSE
 
ab 13:30 Forderungen bündeln – Maßnahmenplan Redaktionsteam VERNETZUNG
(Persy Lowis Bulayumi und Trainer*innen)
 
14:00 Impulsbotschaft von Lerner*innen
 
15:30 Zusammenschau und Weiterdenken (mit Prozessbegleitung)
 
16:30 ENDE
 
Die Sommerakademie wird von Persy Lowis Bulayumi nach dem Prinzip der diskriminierungsfreien Achtsamkeit begleitet.
 
Persy Lowis Bulayumi arbeitet als Pädagoge im Kinder- und Jugendempowerment, ist Vortragender zum Handlungsfeld Rassismuskritisches Arbeiten, sowie Trainer und Coach im Bereich diskriminierungssensitve Führungskompetenz. Er ist Mitbegründer der Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen sowie pädagogischer Lead im Verein Schwarze Frauen Community

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