Ehrenamtliche, PatInnen, MentorInnen für Anerkennung von Integration, gegen Abschiebungen
Österreichweit engagieren sich in Hunderten Gemeinden mehrere Tausend Freiwillige um nach Österreich geflüchteten Menschen zu helfen. Eine intensive Form des Helfens ist eine Patenschaft zu übernehmen. Bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eines der besten Integrationsinstrumente. "Werte" werden vorgelebt und im gemeinsamen Tun baut sich gegenseitiges Vertrauen auf. Spätestens dann hat man den anderen Menschen ins Herz geschlossen. Er wird in das eigene Leben integriert, in das der Familie und in den Freundeskreis. Viele haben auch als Gastfamilie junge Flüchtlinge bei sich aufgenommen.

Wird dieser Mensch nun abgeschoben, wird nicht nur er aus einer Beziehung herausgerissen und damit neuerlich verletzt. Auch all jene, die ihn ins Herz geschlossen haben, die sein Vertrauen gewonnen hatten, die ihm geholfen hatten, verlieren einen wertvollen Teil ihres Lebens. Seit Februar sind Abschiebungen nach Afghanistan durchführbar - und sie werden auch durchgeführt. Das - und die vielen negativen Bescheide erster Instanz und Aberkennungen(bzw. -versuche) subsidiären Schutzes - haben unter afghanischen Flüchtlingen aber auch bei ihren österreichischen Bezugspersonen Panik gesäht.

Es ist uns ein Anliegen, gegen diese Änderung der Politik auf politischer Ebene etwas zu tun, dem persönlichen Gehalt der Patenschaften Gewicht zu geben, ungeachtet des rechtlich kaum fassbaren Gehalts dieser Patenschaften.

In einem Brief von connecting people an Innenminister Wolfgang Sobotka wurde um einen persönlichen Termin angesucht. Am 18. Mai traf sich eine Delegation von PatInnen und connecting people Projektsleiter Klaus Hofstätter im mit Beamten des BMI. Es wurden mehr als 35 Briefe von UnterstützerInnen aus ganz Österreich und den Beamten zu übergeben. Vor dem Ministerium hatten sich ca. 60 PatInnen eingefunden um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. MitarbeiterInnen der asylkoordination lasen - während auf die Delgation gewartet wurde - aus den Briefen der PatInnen.


Aus Forderungen der PatInnen:
Wir wollen uns die Vorgehensweise nicht mehr gefallen lassen – die Vorgehensweise junge Menschen abzuschieben, die durch unsere Bemühungen Teil unserer Familien, Teil unseres Lebens geworden sind. Wir fordern von unseren PolitikerInnen den gebührenden Respekt für unsere Arbeit und unsere aufgebauten Beziehungen. Wir möchten sie weiter hier in Österreich auf ihrem guten Weg begleiten und die Früchte unserer Arbeit auch gemeinsam mit unseren Schützlingen ernten dürfen.

Wir fordern einen sofortigen STOPP der Abschiebungen nach Afghanistan!
Wir setzen uns dafür ein, dass nach Afghanistan erst Rückführungen erfolgen, wenn das Land wirklich sicher ist.

Wir fordern, dass der Grad der Integration bei der Entscheidung zur Vergabe/Verlängerung des Aufenthaltstitels berücksichtigt wird.
Es ist das Privat- und Familienleben sowohl des Asylwerbers/der Asylwerberin als auch der Österreicherinnen und Österreicher zu schützen! Gibt es z.B. Paten/eine Gastfamilie, dann ist der junge Mensch in dieser Beziehung bereits verankert, erhält Hilfe und jede mögliche Unterstützung. Das kann auch dokumentiert werden. Auch das Urteil von Lehrkräften, Vereinsobleuten (Fußball, Schach …) kann berücksichtigt werden.
 
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